AI muss sich ihren Platz verdienen⁠.

AI gehört nur dorthin, wo sie ein reales Problem besser löst und ihr Nutzen transparent bleibt.

Ich bin weder für AI in jedem Produkt noch grundsätzlich dagegen. Beide Reflexe umgehen dieselbe wichtige Frage: Welches konkrete Problem wird hier für einen Menschen besser gelöst?

Erst das Problem, dann die Technik

Nicht jede Suche braucht einen Chatbot. Nicht jedes Textfeld braucht einen Vorschlag, und nicht jeder Prozess wird besser, nur weil ein Modell beteiligt ist. Wenn feste Regeln ein Problem zuverlässig lösen, bevorzuge ich feste Regeln. Sie sind leichter zu testen, zu erklären und zu kontrollieren.

AI wird für mich dort interessant, wo Eingaben unscharf sind, viele Informationen geordnet werden müssen oder ein erster Entwurf den nächsten Schritt erleichtert. Auch dann reicht „mit AI“ nicht als Begründung. Das Ergebnis muss schneller, verständlicher oder hilfreicher sein als eine einfachere Lösung. Sonst produziert das Feature vor allem zusätzliche Kosten, Abhängigkeiten und Fehlerquellen.

somnara braucht AI, weil Sprache, persönlicher Kontext und wiederkehrende Muster nicht in starre Regeln passen. Webwoven braucht sie dagegen nicht in der Spiellogik. Dort sind überprüfbare Beziehungen und reproduzierbare Regeln die bessere Lösung.

Nutzen braucht Transparenz

Wer AI einsetzt, übernimmt Verantwortung für ihre Grenzen. Nutzer sollten erkennen können, wann ein Ergebnis generiert wurde, welche Daten dafür verarbeitet werden und was sie tun können, wenn es falsch ist. Kritische Entscheidungen brauchen überprüfbare Regeln und einen Weg zur Korrektur.

Mein Maßstab ist deshalb nicht, ob AI technisch möglich ist oder gerade Aufmerksamkeit bekommt. Ich frage, ob ich ihren Platz im Produkt auch ohne das Etikett überzeugend erklären kann. Wenn die Antwort nein ist, gehört sie dort wahrscheinlich nicht hin. Wenn die Antwort ja ist, muss sie ihren Wert im Alltag trotzdem immer wieder beweisen.

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